Glas Stebani GmbH

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Lexikon

Hier finden Sie antworten auf die wichtigsten und meist gestellten Fragen im Glashandwerk.

Z wie Ziehblase

Ziehblase

Optische Beeinträchtigung von Ornamentgläsern.

Zinnbad

Bei der Herstellung von Floatglas schwimmt das Glas auf einer Seite auf flüssigem Zinn. Diese Seite kann durch die Verwendung von Schwarzlicht sichtbar gemacht werden, da Zinnionen in die Glasoberfläche diffundieren.

Zulassung

Genehmigungsinstrument für Bauprodukte und Bauarten, das beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) in Berlin beantragt werden kann. Allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen gelten einheitlich in ganz Deutschland.

Zulässige Durchbiegung

Zur Gewährleitung einer angemessenen Gebrauchstauglichkeit von Bauteilen werden Kriterien wie die zulässige Durchbiegung einer Verglasung unter Last herangezogen. Damit soll beispielsweise bei Isolierglas das Undichtwerden des Randverbundes verhindert werden.

Zylinderbohrung

Bohrungen in Glas werden zylindrisch (auch Durchgangsbohrung genannt) oder konisch (auch Senkbohrung genannt) ausgeführt.

 

Zulässige Spannung

Für die Bemessung von Bauteilen wird die jeweils relevante Eigenschaft (z.B. Biegefestigkeit) mit einem globalen Sicherheitsfaktor abgemindert, um die statistischen Streuung der Einwirkungen (z.B. Wind) und des Bauteilwiderstandes (z.B. Biegefestigkeit) zu berücksichtigen und ein angemessenes Sicherheitsniveau gegen das Versagen zu gewährleisten.
Bei Glas wird die Biegefestigkeit um einen Faktor 2 bis 3 abgemindert, um die zulässige Bemessungsspannung zu erhalten.

Zustimmung im Einzelfall

Für Bauprodukte oder Bauarten, die sich nicht unter eingeführte technische Baubestimmungen fallen, nicht in der Bauregelliste A Teil 1 aufgeführt sind und für die keine Zulassung vorliegt, kann bei der jeweiligen obersten Landesbauaufsichtsbehörde eine Zustimmung im Einzelfall (ZiE) beantragt werden. Hiermit soll der Bau neuer Bauarten und die Verwendung neuer Bauprodukte ermöglicht werden. Im Glasbau fallen leider noch sehr viele Konstruktionen unter dieses Genehmigungsinstrument, da keine Baubestimmungen für die Bemessung vieler Konstruktionsarten vorliegen.

Zweite-Haut-Fassade

Doppelfassaden werden auch Zweite-Haut-Fassaden genannt.

W wie Weißglas

Warme Kante

Üblicherweise werden bei Isoliergläsern Randabstandhalter aus Aluminium oder verzinktem Stahl verwendet. Diese erzeugen aufgrund ihrer Wärmeleitfähigkeit jedoch verstärkt Wärmebrücken. Zur Verringerung des Wärmeverlustes werden daher Abstandshalter mit geringer Wärmeleitfähigkeit wie etwa aus Kunststoff oder Edelstahl verwendet, mit denen sich Verbesserungen des U-Wertes um ca. 0,1 W/m²K erreichen lassen. Kommen diese Abstandhalter zum Einsatz, wird der Glasrand als warme Kante bezeichnet.

Wasserstrahlverfahren

Schneidverfahren, das auch bei Glas angewendet wird, um komplizierte Geometrien zu schneiden.

Wegaufnehmer

Induzierte Wegaufnehmer werden zur experimentellen Messung von Verformungen verwendet.

Weibullverteilung

Statistische Verteilungsfunktion zur Beschreibung von Extremwertverteilungen, die häufig für die Auswertung der Biegefestigkeit von Glas verwendet wird.

Weichgläser

Bei sogenannten Weichgläsern beträgt der thermische Ausdehnungskoeffizient (αT > 6,0×10e-6 1/K).

Weißglas

Weißglas ist der gängige Begriff für eisenoxidarme Gläser. Durch die Vermeidung von Eisenoxiden in der Glasschmelze ist die sonst übliche grünliche Eigenfarbe des Glases praktisch nicht mehr sichtbar. Die Lichtdurchlässigkeit im sichtbaren Bereich des Lichtes ist etwas höher als bei üblichen Kalk-Natron-Silikatgläsern, z.B. von 1,7% für 3 mm starkes Glas bis zu 7% für 15 mm starkes Glas

Wärmeausdehnungskoeffizient

Der Wärmeausdehnungskoeffizient für handelsübliches Bauglas beträgt 9 x 10 e-6 1/K.

Wärmedurchgangskoeffizient

Der Wärmedurchgangskoeffizient von Baustoffen in [W/m²K] wird als U-Wert bezeichnet. Er ersetzt den früher gebräuchlichen k-Wert.

Wärmedämmgläser

Isoliergläser werden als Wärmedämmgläser bezeichnet, wenn mindestens eine der Scheiben beschichtet ist und die Beschichtung den Wärmeverlust aus dem Wärmestrahlungsanteil erheblich verringert.

Wärmeleitfähigkeit

Die Wärmeleitfähigkeit λ von handelsüblichen Kalk-Natron-Silicatglas beträgt 0,8 bis 1,0 W/(m K).

Wärmeübergangskoeffizient

Der Wärmeübergangskoeffizient [W/m²K] beschreibt der Wärmeabfluss zwischen Glasoberfläche und Kühlmedium beim thermischen Vorspannen von Glas.

V wie VSG

VSG

VSG ist die Abkürzung für Verbund-Sicherheitsglas.

Vakuumverbund-Verfahren

Die Fügung der einzelnen Bestandteile eines Verbundsicherheitsglases erfolgt in der Regel im Autoklaven. Sollen neben der für den Verbund benötigten Folie zusätzliche Materialien im Scheibenzwischenraum integriert werden, stößt dieser Herstellungsprozess an seine Grenzen. Für solche Anwendungen eignet sich das Vakuumverbund-Verfahren. Mit dieser Methode lassen sich z.B. Edelstahlgewebe, Streckmetalle oder organische Materialien wie Gräser oder Kaffeebohnen in den Scheibenzwischenraum von VSG einfügen.
Zunächst wird der Schichtaufbau vorbereitet und ausgerichtet. Das Paket wird rundum mittels Silikondecken eingepackt und die eingeschlossene Luft mit einem Druck von bis zu 10 Tonnen pro Quadratmeter evakuiert. Dabei wird die zwischen den Schichten eingeschlossene Luft herausgepresst. Anschließend wird der Schichtaufbau in einem Ofen zu Verbundglas laminiert.

Verbundglas (VG)

Glas, das aus mindestens zwei Einzelscheiben besteht, die über ein Verbundmaterial (z.B. Gießharz) miteinenader verbunden sind.

Verbundsicherheitsglas (VSG)

Verbundglas, das zusätzliche Sicherheitsanforderungen bezüglich des Splitterabgangs erfüllt, die mit dem Pendelschlagversuch nachgewiesen werden. VSG wird überwiegend mit PVB-Folien hergestellt, aber auch einige Gießharzverbunde und andere transparente Materialien (z.B. aus modifiziertem Polyethylen) eignen sich als Zwischenlagen.

Verbundwirkung

Begriff aus der Statik; im Glasbau beschreibt er die Möglichkeit der Übertragung von Schubspannungen durch Verbundfolien oder Gießharze. Nach deutschen Vorschriften darf keine günstig wirkende Verbundwirkung bei VG oder VSG angesetzt werden.

Versiegelung

Versiegelungen der Randbereiche von Gläsern beim Einbau in Rahmen o.Ä. werden in der Regel mit Silikon vorgenommen.

Vertikalverglasung

Die Technischen Regeln für die Verwendung von linienförmig gelagerten Verglasungen (TRLV) stufen Verglasungen bei einer Neigung von weniger als 10° gegen die Vertikale als Vertikalverglasung ein.

Vierendeelträger

Bei dem Vierendeelträger handelt es sich um ein diagonalenloses Tragelement der Baustatik. Er hat nur horizontale Stäbe und vertikale, zueinander parallele Riegel oder Pfosten, die in den Ecken zu einem steifen Rahmen verbunden sind.
Der Vorteil dieser Konstruktion ist, dass in den Zwischenräumen Öffnungen möglich sind. Ein solcher Träger ähnelt einem Rahmen, der allein durch die Steifigkeit der Stäbe und Riegel tragfähig ist.

Vorspannen

Mit thermischen Verfahren können Gläser vorgespannt werden, d.h. es herrscht ein Eigenspannungszustand mit Druckspannungen an der Glasoberfläche und Zugspannungen im Glasinneren.

VdS

VdS = VdS Schadenverhütung GmbH, Köln; hervorgegeangen aus den Technischen Abteilungen des Verbandes der Sachversicherer (VdS). Die Institution prüft, zertifiziert, informiert und berät.

 

U wie Überkopfverglasung

U-Wert

Der U-Wert ist der Wärmedurchgangskoeffizient von Baustoffen in [W/m²K]. Er ersetzt den früher gebräuchlichen k-Wert.
Er gibt die Energiemenge an, die in einer Stunde durch eine Fläche von 1 m² fließt, wenn sich die beidseitig anliegenden Lufttemperaturen um 1 K unterscheiden. Der Wärmedurchgangskoeffizient ist eine spezifische Kennzahl der Materialzusammensetzung eines Bauteils. Sein Kehrwert ist der Wärmedurchgangswiderstand RT in [K m²)/W].

UV-Durchlässigkeit

Die UV-Durchlässigkeit von Verglasungen nach DIN EN 410 wird für den Wellenlängenbereich von 280 nm bis 380 nm angegeben.

UVV Kassen

Alte Unfallverhütungsvorschrift (UVV) "Kassen" für Banken und Sparkassen. Heute müssen beim Neubau z.B. von Schaltern spezielle Anforderungen bezüglich der Verglasung eingehalten werden. Es sind nur durchschusshemmende Verglasungen des Typs P7B nach DIN EN 356/ BR3-S (DIN EN 1063), früher C2SA zulässig.

Ultraschallschweißen

Das Ultraschallschweißen ist eine neuartige Alternative zu Klebeverbindungen. Bei dem Verfahren werden Glas und Aluminium durch einen speziellen Schweißprozess nicht lösbar verbunden: Die Fügeflächen der beiden Werkstoffe werden mittels Ultraschall in Schwingungen versetzt und gehen so eine dauerhafte Verbindung ein.
Das Verfahren befindet sich noch im Rahmen der Forschung und kann bisher nur im kleinen Maßstab angewendet werden.

Umwehrungen

Für Umwehrungen aus Glas, die Personen gegen Absturz sichern, gelten die Technischen Regeln für die Verwendung von absturzsichernden Verglasungen (TRAV).

Ü-Zeichen

Die technischen Baubestimmungen werden durch die Landesbauordnungen der Bundesländer (LBO) geregelt. Nur Bauprodukte, die den in den Bauregellisten bekanntgemachten technischen Regeln entsprechen, dürfen verwendet werden. Gekennzeichnet werden sie durch das Übereinstimmungszeichen (Ü-Zeichen).
Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) hat die Aufgabe, die technischen Regeln für Bauprodukte und Bauarten zu definieren und im Einvernehmen mit den obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder bekannt zu machen. Anerkannte Prüf- und Zertifizierungsstellen übernehmen die Prüfung und die Bestätigung der Übereinstimmung. Mit dem Ü-Zeichen bestätigt der Hersteller, dass für das in seinem Werk gefertigte Bauprodukt ein Übereinstimmungsnachweis mit den technischen Regeln oder Verwendbarkeitsnachweisen geführt wurde.

Überkopfverglasungen

Die Technischen Regeln für die Verwendung von linienförmig gelagerten Verglasungen (TRLV) stufen Verglasungen ab einer Neigung von mehr als 10° gegen die Vertikale als Überkopfverglasung ein.

T wie Thermische Trennung

Taupunktdiagramm

Aus einem Taupunktdiagramm lässt sich in Abhängigkeit der relativen Luftfeuchtigkeit und des U-Wertes einer Verglasung die Außentemperatur ermitteln, bei der eine Fensterscheibe auf der Raumseite beschlagen wird (=Taupunkt).

Taupunkttemperatur

Die Taupunkttemperatur ist die Temperatur, bei der die relative Luftfeuchtigkeit den Wert von 100 % erreicht. Sobald die Lufttemperatur bei unverändertem Feuchtegehalt weiter sinkt, fällt Tauwasser an.

Teilvorgespanntes Glas (TVG)

Bei teilvorgespanntem Glas handelt es sich um termisch vorgespanntes Glas, das in dem gleichen Prozess wie Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) hergestellt wird, jedoch nur ca. 40 % - 50 % der thermisch eingeprägten Oberflächendruckspannung aufweist. Die Oberflächendruckspannung wird durch den Kühlprozess gesteuert. TVG wird überwiegend als Verbund-Sicherheitsglas (VSG aus TVG) verwendet, da es ein ähnliches Bruchbild wie Floatglas aufweist. Daher können sich auch nach Bruch der Scheiben die einzelnen großformatigen Bruchstücke so verzahnen, dass die Scheiben eine Resttragfähigkeit aufweisen.

Temperaturwechselbeständigkeit

Die Temperaturwechselbesändigkeit von Gläsern kann in einem Normverfahren nach DIN 52313 untersucht werden.
Nach den (empirischen) Angaben der DIN 1249 Teil 10 weist Floatglas nur ca. 40°K Wechselbeständigkeit auf, ESG dagegen bis zu 150°K. Daher sollten Scheiben, bei denen mit Zwangsbeanspruchungen aus Temperaturlasten zu rechnen ist, aus thermisch vorgespanntem Glas bestehen.

Thermische Trennung

Um ein starkes Temperaturgefälle zwischen dem Mittelbereich und dem Kantenbereich einer Isolierglasscheibe zu vermeiden und um Wärmebrücken zu verhindern, werden die Auflagerprofile und die außenliegenden Pressleisten bei Fassadenkonstruktionen heute häufig mit einer thermischen Trennung ausgeführt. Dabei werden die Lasten aus der Pressleiste über die Verschraubung und über glasfaserverstärkte Polyamidstege abgetragen.

Thermoplus

Markenname von Pilkington für Wärmedämmgläser.

Thiokol

Zur Abdichtung von Isolierglas wird als zweite Dichtstufe heute überwiegend schwarzes Polysulfid-Polymer (Thikol) verwendet.

Tragklötze

Verklotzung zum Abtrag des Eigengewichtes von Scheiben.

Transformationsbereich
Bei der Betrachtung der Materialeigenschaften von Glas unterscheidet man zwischen dem Verhalten des Glases in der Schmelze, d.h. in seinem flüssigen Zustand, und als Festkörper nach der Erstarrung, da das Glas in beiden Temperaturbereichen ganz unterschiedliche Eigenschaften aufweist. Der Übergang zwischen Schmelze und Festkörper ist nicht sprunghaft, wie bei der Entstehung eines kristallinen Produkts, sondern kontinuierlich; der Temperaturbereich des Überganges wird als Transformationsbereich bezeichnet.
 
Transformationstemperatur
Zur Charakterisierung des Übergangs von Glas von der Schmelze zum Festkörper im Transformationsbereich wird die Viskosität verwendet. Ab einer Viskosität von etwa 10e13 dPas spricht man von Glas. Die zugehörige Temperatur wird als Transformationstemperatur (Tg) bezeichnet. Diese Temperatur hängt von der chemischen Zusammensetzung des Glases ab und liegt für das im Bauwesen überwiegend eingesetzte Kalk-Natron-Silicatglas um ca. 520°C. Die Viskosität des Glases bei Raumtemperatur beträgt 10e19 dPas. Im Vergleich hierzu beträgt die Viskosität von Wasser bei Raumtemperatur 10e-2 dPas, die von Honig 10e4 dPas.
 
Transmissionsgrad
Verhältnis der durchgehenden Strahlungsleistung zur einfallenden Strahlungsleistung.
 
Trockenmittel
Bei Isoliergläsern wird in den hohlen Bereich des Abstandhalters im Randverbund üblicherweise ein Trockenmittel eingebaut, das evtl. anfallenden Feuchtigkeit aus Kondensat aufnehmen kann. Daher sind die Abstandhalter zum SZR hin mit kleinsten Perforationen versehen.
 
Typenstatik
Typenstatiken dienen der Vermeidung wiederholter Aufstellung und Prüfung von Statiken bei gleichbleibenden Randbedingungen, z.B. für Vordächer einer bestimmten Bauart, die immer in gleicher Weise eingebaut werden. Ein ordnungsgemäßer Ablauf sieht hierbei nach Aufstellung der Typenstatik, die alle zu berücksichtigenden Aspekte wie z.B. geometrischen Vorgaben, Einwirkungen, Unterkonstruktion behandeln muss, die Prüfung durch eine Landeseinrichtung vor, die je nach Bundesland unterschiedlich organisiert ist (z.B. Hessen: Hessische Landesprüfstelle für Baustatik, Bayern: Landesgewerbeamt,...). Die Typenstatik ist nicht zu verwechseln mit einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung. Eine Zulassung kann aber eine Typenstatik beinhalten.

S wie Sandstrahlung

Sandstrahlen

Durch Sandstrahlen können Glasoberflächen gleichmäßig mattiert werden. Ebenso lassen sich matte Gläser durch Ätzen oder Emaillierung/Siebdruck herstellen. Mithilfe der Präzisionsstrahltechnik lassen sich beliebige Motive auf Gläsern realisieren. Einzige Voraussetzung ist eine grafisch klare Zeichnung des Musters.

Schall

Mechanische Schwingungen, die sich in der Luft, im Wasser und Körpern ausbreiten.

Schalldruckspiegel

Der Schalldruckpegel ist eine dimensionslose Kenngröße für die Beurteilung von Luftdruckschwankungen, vorwiegend im Hörbereich des Menschen. Seine Einheit ist 1 Dezibel = 1 dB. Die Hörschwelle liegt bei 0 dB (=2 • 10-5 Pa), die Schmerzschwelle bei ca. 134 dB (=100 Pa).
Da sich unser Hörapparat - und unser Gehirn - nicht an absoluten sondern an relativen Schalldruckänderungen orientieren (etwa 10% Schalldruckänderung sind gerade wahrnehmbar) wird der Schall nicht in Form des Schalldruckes sondern mit daraus abgeleiteten logarithmischen Größen, den Schalldruckpegeln Lp angegeben. So bedeutet eine Verzehnfachung des Schalldruckes einen Anstieg des Schallpegels um nur 20 dB.

Schallschutzgläser

Schallschutzgläser sind normalerweise Isoliergläser mit Einzelscheiben aus Verbundglas, die mit Schallschutzgießharz oder Schallschutz-PVB-Folien hergestellt wurden.Selektivitätskennzahl S

Die Selektivitätskennzahl S bezeichnet das Verhältnis von Lichtdurchlässigkeit zum Gesamtenergiedurchlassgrad.

Shading coefficient

Shading coefficient ist die englische Bezeichnung für den b-Faktor.Shore-Härte

Die Shorehärte dient der Definition der verschiedenen Härten von Materialien. Zur Messung ragt aus einer Auflagefläche unter Federdruck ein Stahlstift mit festgelegtem Durchmesser, auf den der Gummi aufgedrückt wird. Der Federweg beim Zusammendrücken ergibt den Wert der Shorehärte. Die A-Skala ist für weiche (gummiartige) Werkstoffe, die D-Skala für härtere Werkstoffe vorgesehen.

 Schallschutzklassen

Die VDI-Richtline 2719 teilt Fenster und Fassaden in verschiende Schallschutzklassen mit Anforderungen an das bewertete Schalldämm-Maß ein.SchaumglasSchaumglas ist die deutsche Bezeichnung für Foamglas; es wird meistens als Isoliermaterial verwendet. 

Scheibenzwischenraum (SZR)

Der luft- oder gasgefüllte Zwischenraum bei Isoliergläsern oder Doppelverglasungen wird Scheibenzwischenraum (SZR) genannt. Er ist üblicherweise zwischen 12 mm und 20 mm breit. Eine ältere Bezeichnung ist Luftzwischenraum (LZR). 

Schleifen

Durch das Schleifen des Glases werden die nach dem Schneiden noch scharfen Kanten entschärft. Schleifen erfolgt heute nahezu ausschließlich maschinell in Schleifautomaten.SchleuderverfahrenGlasrohre mit großen Durchmessern > 500 mm werden meist im Schleuderverfahren hergestellt, bei dem die Zentrifugalkraft genutzt wird.

Schmelze 

Bei hohen Temperaturen über 900°C - 1000°C befindet sich das Glas in der Schmelze mit einer recht niedrigen Viskosität von ca. 10e4 dPas. In diesem Zustand lässt sich die Glasschmelze verarbeiten. 

Schneiden

Zum Schneiden von Glas existieren verschiedene Möglichkeiten, die Häufigste ist das Anritzen der Oberfläche mit einem Glasschneider und Brechen an diesem Riss.Schubmodul, G-ModulDer Schubmodul (auch G-Modul, Gleitmodul oder Schermodul) gibt die lineare elastische Verformung eines Bauteils infolge einer Scherkraft an. Sein physikalisches Zeichen ist "G". Er ergibt sich allgemein aus dem E-Modul geteilt durch 2 und geteilt durch 2 x Querkontraktionszahl, also mit der Beziehung G=E/2*(1+u). Für Glas mit  E=70000 MPa und u=0,22 erhält man also 28690 MPa. 

Schubverbund

Begriff aus der Mechanik/Statik, der im Glasbau im Zusammenhang mit Verbund-(Sicherheits-)Gläsern verwendet wird. VSG-Scheiben müssen nach den deutschen Vorschriften ohne Schubverbund berechnet werden, sofern dieser günstig wirkt. 

Schutzgas

Bei der Herstellung von Glas im Floatvefahren wird im Bereich des Floatbades Schutzgas verwendet, damit das Zinnbad nicht oxidieren kann.

Spektralbereich

Im Lichtspektrum unterscheidet man verschiedene Bereiche je nach Wellenlänge, z.B. den Spektralbereich des sichtbaren Lichtes oder den Spektralbereich des UV-Lichtes.SpektrometerMit Beschichtungen lassen sich die Eigenschaften von Isolierglas z.B. für den Sonnen- und Wärmeschutz gezielt beeinflussen. So kann durch eine Beschichtung im Scheibenzwischenraum mit reflektierenden Metallen der Sonnenschutz des Glases verbessert werden.
Um die Reflexionswirkung von Beschichtungen auf Isolierglas zu vermessen und damit die Qualität von modernen Isolierglasscheiben zu untersuchen, können Spektrometer verwendet werden. Die Geräte dienen der Darstellung und Ausmessung eines Spektrums. 

Soft-coating

Soft-coatings werden im Unterschied zu den Hard-coatings nicht direkt während der Floatglasherstellung aufgebracht sondern in einem zusätzlichen Verarbeitungsschritt. Die üblichen Beschichtungsverfahren hierzu sind das Magnetron-Sputter-Verfahren und das Sol-Gel-Verfahren

Smart Windows

Der Begriff Smart Windows oder Smart Glazing wird für Glasscheiben verwendet, die ihre Eigenschaften hinsichtlich Transparenz und Transluzenz bei Umwelteinflüssen wie z.B. direkter Sonneneinstrahlung ändern können. Teilweise wird auch der Begriff schalt- und regelbare Verglasungen verwendet.

 

Silikon

Durch seine dauerelastischen Eigenschaften ist Silikon (auch Silikonkautschuk genannt) der konventionelle Dichtstoff zum Füllen von Dehnungs-, Rand- und Anschlussfugen. Die Elastizität ist bei Silikon jedoch auf ein Maximum beschränkt (ca. 20 % Dehnfähigkeit). Dass heißt, eine 1 cm breite Dehnungsfuge darf sich gerade einmal um 2 mm erweitern, darüber wird die Silikonfüllmasse abreißen und muss erneuert werden. Deshalb werden mit Silikon verfüllte Fugen auch als Wartungsfugen bezeichnet.Chemisch gesehen handelt es sich bei Silikon um langkettige Silizium-Sauerstoff-Verbindungen, die sich untereinander vernetzen können. Dadurch ergeben sich neben der Dauerelastizität auch wasser-, farb- und klebstoffabweisende Eigenschaften, weshalb solche Fugen nicht überstrichen werden können.Silikone werden auch bei Isoliergläsern im Bereich des Randverbundes als zweite Dichtstufe eingesetzt. 

Spannungsintensitätsfaktor

Der Spannungsintensitätsfaktor aus der Bruchmechanik beschriebt den Spannungszustand an der Rissspitze. Aufgrund der Rissgeometrie verändert sich der Spannungszustand in einem Körper; die Spannung konzentriert sich genau an der Spitze des Risses.SpannungsoptikMithilfe der Spannungsoptik, einem Teilgebiet der Optik, lassen sich auf experimentellem Weg Spannungszustände in transparenten Bauteilen ermitteln. Dabei können Veränderungen der Spannungen hinsichtlich ihrer Größe und der Lage der Spannungsspitzen bei Veränderung der Belastung des Bauteils sofort verfolgt werden. Trotz der nahezu unbegrenzten Möglichkeiten moderner Software mit der Finite-Element-Methode zur Berechnung von Spannungen werden spannungsoptische Experimente auch heute noch zur Verifizierung numerischer Berechnungsmodelle herangezogen.Der Aufbau einer einfachen spannungsoptischen Apparatur besteht aus einer Lichtquelle und zwei Polarisationsfiltern.

Spezifische Wärmekapazität

Die spezifische Wärmekapazität gibt an, wieviel Wärmeenergie man einem Stoff zuführen muss, um seine Temperatur um einen bestimmten Betrag zu erhöhen. Die spezifische Wärmekapazität von Glas beträgt 720 J/(kg K).SpiderVerbindungselement zwischen Glashaltern und Unterkonstruktion, üblicherweise aus Edelstahl oder Gussstahl.SpiegelSpiegel bestehen in der Regel aus einem ebenen, klaren oder gefärbten Floatglas, dessen Rückseite mit einer chemisch aufgebrachten, reflektierenden Silberschicht überzogen ist, die durch mehrere Deckschichten geschützt wird.SpiegelglasAlter Begriff, der sich auf die Herstellung von Spiegel- oder Fenstergläsern durch nachträgliches Polieren der Glasoberfläche bezieht. Heute ist Spiegelglas durch Floatglas nahezu vollkommen ersetzt, der Begriff findet sich jedoch immer noch.SplitterbindungDurch Splitterbindung sollen Verletzungen an zerstörten Glsscheiben verringert werden. Neben Drahtglas, das eine geringe Splitterbindung aufweist, werden heute überwiegende Verbundfolien in VSG verwendet. Es gibt auch Folienprodukte, die nachträglich auf Glas aufgeklebt werden. Man muss allerdings beachten, das diese Folien deutlich kratzempfindlicher als die Glasoberfläche sind.SpontanbruchPhänomen, das bei thermisch vorgespannten ESG-Gläsern auftritt. Die Scheiben zerspringen ohne sichtbare äußere Einwirkung; meist aufgrund des Einschlusses von kaum wahrnehmbaren Nickel-Sulfid-Kristallen (Größe um ca. 100μm), die bereits in der Glasschmelze vorhanden sind. Bei einer verzögerten Phasenumwandlung der Kristalle vergrößern diese ihr Volumen und induzieren so eine hohe Zugspannung im Glasinneren, die zum Versagen führt. Die einzige derzeit wirksame Methode gegen Spontanbruch ist der Heißlagerungstest aller ESG-Scheiben.
Spontanbrüche können an ihrem typischen Bruchbild und einer chemischen Analyse der Einschlüsse sicher identifiziert werden, sofern die Bruchstücke der ESG-Scheibe nach dem Bruch noch zusammenhalten.SprengwirkungshemmungSpezialgläser können aus mehrschichtigen Verbundgläsern zusammengesetzt werden, um den Personen- oder Objektschutz bei Explosionen o.Ä. zu verbessern.Structural (Sealant) Glazing (SG, SSG)Geklebte, lastabtragende Glaskonstruktionen, bei denen die Scheiben mit einem speziellen Silikonklebstoff (Structural Sealant) direkt auf die Unterkosntruktion (meist aus Aluminium) geklebt werden.SiebdruckMithilfe des Siebdruckverfahrens können sowohl planliegende Werkstoffe als auch beliebig geformte Körper aller Art bedruckt werden. Bei der Bedruckung von Glas wird die Oberfläche nicht vollflächig emailliert, sondern mit einem Muster versehen, das sich aus dem gewählten Siebdruck ergibt und in der Regel aus einem gleichmäßigen Punkt- oder Linienraster besteht, aber auch frei gestaltet werden kann.Dazu werden die Farbauszüge eines Bildes oder einer Grafik auf ein lichtempfindliches beschichtetes Drucksieb mit einer UV-Licht-undurchlässigen Tinte geplottet. Anschließend wird das Sieb mit UV-Licht belichtet und ausgewaschen. Die UV-gehärteten Stellen verbleiben auf dem Drucksieb. Nacheinander wird im Folgenden jede Farbschicht mit dem jeweiligen Sieb auf das Glas aufgebracht und getrocknet. Nach der Siebbedruckung wird das Glas thermisch behandelt. Dabei werden die Farben fixiert und das Glas zu ESG oder TVG weiterbehandelt. 

Spionspiegel / Einwegspiegel

In der Regel bestehen Spiegel aus ebenem, klarem oder gefärbtem Floatglas, dessen Rückseite mit einer reflektierenden Silberschicht überzogen ist. Von allen Metallen besitzt Silber mit 90 Prozent das höchste Reflexionsvermögen im sichtbaren und infraroten Wellenlängenbereich. Das Beschichtungsverfahren umfasst drei Arbeitsschritte: Das Sensibilisieren, das Versilbern und das Verkupfern. Im ersten Schritt wird die Glasoberfläche für eine gleichmäßige Haftung der Silberschicht vorbereitet, anschließend beim Versilbern eine Silbernitratlösung durch einen Sprühnebel (z.B. im Magnetron-Sputter-Verfahren) gleichmäßig aufgetragen. Durch Zugabe einer Reduktionslösung wird das Silber auf der Glasoberfläche abgeschieden und bildet eine etwa 70 Nanometer dicke Schicht. Der dritte Arbeitsgang beinhaltet das Auftragen einer Kupferschicht, die das Silber vor Oxidation schützt. Abschließend wird zum Schutz der Kupferschicht eine Lackierung aufgebracht. In der industriellen Spiegelherstellung können Bandbreiten von 3,40 Meter mit einer Bandgeschwindigkeit von acht Metern pro Minute verarbeitet werden.

Spiegel, bei denen das eintreffende Licht auf der einen Seite reflektiert, auf der anderen Seite jedoch ungespiegelt hindurchdringt, heißen Einwegspiegel. Eine Beschichtung mit dieser Fähigkeit ist physikalisch nicht möglich, weshalb auf die oben beschriebene Silberbeschichtung zurückgegriffen wird. Je nach Schichtdicke lassen sich unterschiedliche Reflexionsgrade realisieren. Damit diese Spiegel funktionieren, müssen einseitig beleuchtete Lichtbedingungen vorherrschen d.h., der nicht einsehbare Raum muss dunkel, der zu reflektierende hell sein.

R wie Randverbund

Radarreflexionsdämpfung

Zur Dämpfung des Radarsignals an Fassaden im Bereich von Verkehrsflugplätzen werden radarreflexionsdämpfende Verglasungen verwendet, die mit einer speziellen Beschichtung versehen sind.

Randverbund

Bestandteil einer Isolierverglasung, bei der die Scheiben im Randbereich mit einem speziellen Abstandhalter und Kleb- bzw. Dichtstoffen zusammengefügt werden. Die Abstandhalter bestehen aus Aluminium, Edelstahl oder Kunststoff.
Die Kleb- und Dichtstoffe werden normalerweise in zwei Stufen aufgebracht: Der Abstandhalter wird stirnseitig mit Polyisobutylen mit der Scheibe verklebt und dann wird der Außenbereich des Abstandhalters zwischen den Scheiben von außen mit Polysulfidpolymer (Thiokol) oder Silikon abgedichtet. Randverbünde aus Polysulfidpolymer sind dichter als Randverbünde aus Silikon. Letztere werden aufgrund ihrer hohen Dehnfähigkeit besonders bei Scheiben eingesetzt, bei denen sich der Randverbund planmäßig verformt, z.B. bei zweiseitig gelagerten Scheiben.

Reibverbindung

Fügetechnik aus dem Stahlbau, die in besonderen Fällen auch bei Ganzglaskonstruktionen angewendet werden kann.

Relaxationszeit

Begriff aus der Viskoelastizitästheorie zur Beschreibung des viskoelastischen Materialverhaltens, z.B. von Glas im Glasübergangsbereich.

Resttragfähigkeit

Resttragfähigkeit bezeichnet im Glasbau das Vermögen einer Verglasung, auch nach dem Bruch von Scheiben noch Lasten, zumindest aber das Eigengewicht über einen gewissen Zeitraum abtragen zu können; auch Reststandsicherheit genannt.

Roller-Waves

Beim Vorspannprozess laufen die Gläser unter ständiger Bewegung auf Rollen, die dazu führen, dass der Abkühlprozess nicht vollkommen homogen ist. Hierbei entstehen optisch sichtbare, fleckige Erscheinungen bei thermisch vorgespannten Gläsern unter bestimmten Lichtverhältnissen.

P wie Passivhaus

Passivhaus

Beim einem Passivhaus darf der Jahresheizwärmebedarfs nicht mehr als 15 kWh/m² betragen. Das entspricht meist einem Bedarf von ca. 1,5 Liter Heizöl pro qm Wohnfläche im Jahr in Anhängigkeit von der gewählten Anlage.

Pendelschlagversuch

Zur Untersuchung der Widerstandsfähigkeit von VSG und absturzsichernden Verglasungen gegenüber Stoßbelastungen werden Pendelschlagversuche mit einem weichen Stoßkörper durchgeführt. Stoßvorgänge lassen sich heute auch rechnerisch simulieren.

Phonstop

Markenname von Pilkington für Schallschutzgläser.

Photovoltaik

Solarzellen erzeugen elektrischen Strom aus Licht. Der photovoltaische Effekt (photo = Licht, volt = Spannung), beruht darauf, dass das Licht der Sonne in einem Halbleitermaterial eine elektrische Spannung verursacht, die als elektrischer Strom abgenommen werden kann.
Solarmodule zur Montage auf Dachflächen oder an Fassaden bestehen aus miteinander verschalteten Solarzellen, die in einem Rahmen eingefasst und mit einer Glasabdeckung versehen sind. Der erzeugte Solarstrom wird über einen Wechselrichter in das öffentliche Netz der Elektrizitätsversorgung eingespeist. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert dem Betreiber einer Photovoltaikanlage die Abnahme und die Vergütung des Stroms durch das örtlich zuständige Energieversorgungsunternehmen.

Polyvinylbutyral (PVB)

PVB wird als Verbundfolie in Verbund-Sicherheitsglas verwendet. Die üblichen Nenndicken der Folie sind 0,38 mm (einfach), 0,76 mm (zweifach), 1,14 mm, 1,52 mm, 2,28 mm.

Profil(bau)glas

Als Profilbauglas wird Gussglas bezeichnet, das in U- bzw. C-Form in Bahnen bis zu 6,00 m Länge bei Stegbreiten von bis zu 500 mm und Flanschhöhen bis 60 mm hergestellt wird. Profilglas ist nicht transparent, aber transluzent.

Piezoelektrizität

Die Änderung der elektrischen Polarisation und das damit verbundene Auftreten einer elektrischen Spannung wird als Piezoelektrizität bezeichnet.
Unterschieden wird zwischen dem direkten und dem inversen piezoelektrischen Effekt. Der direkte piezoelektrische Effekt, auch Piezoeffekt genannt, tritt auf, wenn ein Festkörper z.B. mit Druck versehen und so verformt wird, dass sich elektrisch geladene Bereiche entweder an der Ober- bzw. Unterseite oder an der gegenüberliegenden Seite bilden. Umgekehrt kann durch Anlegen einer elektrischen Spannung und einer daraus resultierenden Ladungsbildung eine Verformung hervorgerufen werden. Dieser Vorgang wird als inverser piezoelektrischer Effekt bezeichnet.
Das Auftreten der piezoelektrischen Ladung bei mechanischer Verformung wird u.a. bei Kraft-, Druck- und Beschleunigungssensoren genutzt.

Pummeltest

Beim Pummeltest wird die Haftung gebrochener Glasstücke an einer Verbundfolie (z.B. PVB-Folie ) untersucht, somit wird die Qualität und Sicherheit von Verbundgläsern geprüft. (Aus dem Englischen von to pummel = schlagen).

Punkthalter

Glashalter, der nur lokal in Bohrungen und durch seitliche Klemmung angeordnet wird.

 

Pilkington Activ

Markenname von Pilkington für selbstreinigendes Glas.

Planität

Anderer Begriff für Geradheit von Glasscheiben. Die Geradheitstoleranz von handelsüblichen Floatglas (Spiegelglas) beträgt 0,3 % bezogen auf die Kantenlänge für die Dicken 6 mm bis 15 mm. Bei dünnen Gläsern (4 mm und 5 mm) und Gussgläsern sind Toleranzen bis zu 1,0 % üblich. Bei lokalen Verwerfungen bei einer Messlänge von 300 mm muss mit 0,3 mm Abweichung von der Geradheit gerechnet werden.

Plexiglas

Handelsname der Firma Röhm für Acrylglas.

Poisson-Zahl

Andere Bezeichnung für die Querdehnungszahl; bei Glas µ = 0,23.

Polarisator

Bei der Verwendung eines Polarisators kann man Hauptspannungsunterschiede in thermisch vorgespannten Gläsern im Bereich der Kanten, Ecken und Bohrungen durch farbige Streifen sichtbar machen. Für eine qualitative Kontrolle des Glases vor Ort eignen sich auch zwei handelsübliche Polfilter.

Polieren

Beim Polieren von Glaskanten werden die relativ rauhen Oberflächen nach dem Schleifen so bearbeitet, das sich eine glatte, spiegelnde Oberfläche ergibt.

Polyisobutylen

Dichtstoff zwischen Randverbund und Glas bei Isoliergläsern (erste Dichtstufe).

Polysulfidpolymer

Polysulfidpolymer (Thiokol) wird als zweite Dichtsufe bei Isoliergläsern zur Ausfüllung des äußeren Randverbundes verwendet (schwarz).

Polyurethan

Polyurethane (Abk. PU oder PUR) sind Kunststoffe oder Kunstharze, die aus einer Polyadditionsreaktion entstehen. Im Jahre 1937 vom Chemiker Otto Bayer entwickelt, sind Polyurethane seit 1941 im Handel. Je nach Anforderung können sie mit unterschiedlichen mechanischen Eigenschaften hergestellt werden: hart und spröde, aber auch weich und elastisch. In aufgeschäumter Form findet Polyurethan als dauerelastischer Weichschaum beispielsweise für Sportschuhsohlen Verwendung oder als weicher Schaumstoff in der Möbelindustrie für Matratzen oder Polster. Harte Schaumstoffe lassen sich zu Dämmplatten und Isoliermaterial verarbeiten.
Bei Isolierglas kann Polyurethan bei der Abdichtung des Randverbundes als Alternative zu Polysulfidpolymer verwendet  werden.

Pyran

Markenname der Schott AG für Borosilicatglas.

Pyrolytische Beschichtung

Die pyrolytische Beschichtung wird während des Herstellungsprozesses des Glases als sehr dünne metalloxidische Schicht auf die Scheibe aufgebracht.
So behandelte Scheiben lassen kurzwellige Strahlung hindurch und reflektieren die langwellige Infrarotstrahlung. Der U-Wert einer Einfachscheibe wird um die Hälfte gesenkt. Die Beschichtung wird sowohl für Wärmeschutz- als auch für Sonnenschutzgläser verwendet. Außerdem haben die Scheiben, die im Hard-Coating Verfahren (Online-Verfahren) beschichtet sind eine kratzresistente Oberfläche.

O wie Oberflächendefekte

Oberflächendefekte

Bei nicht thermisch vorgespannten Gläsern führen Oberflächendefekte wie Kratzer, Ausmuschelungen, Abplatzungen, Schleifspuren o.ä. zu einer erheblichen Reduzierung der Biegefestigkeit. Mikroskopische Aufnahme eines Oberflächen defekts auf ESG.
Das Bild zeigt die mikroskopische Aufnahme eines Oberflächendefektes auf Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG ), der sehr wahrscheinlich durch den Reinigungsprozess der Fassade entstanden ist. Aufgenommen wurde er am Institut für Werkstoffe und Mechanik im Bauwesen der TU Darmstadt.

Offline-coating

Bei Offline-Verfahren werden Beschichtungen nicht bereits während des Herstellprozesses des Floatglases aufgebracht, sondern nachträglich, in einem weiteren Schritt (z.B. SolGel-Verfahren oder Magnetorn-Sputter-Verfahren).

 

Oberflächendruckspannung

Durch den thermischen Vorspannprozess bei ESG oder TVG kann der festigkeitsminderende Einfluss der Oberflächendefekte stark reduziert werden, da an der Oberfläche nach dem Vorspannen eine eingeprägte, dauerhafte Druckspannung herrscht, die die Defekte überdrückt.

Optifloat

Markenname der Pilkington AG für Floatglas.

Optiwhite

Markenname der Pilkington AG für eisenoxidarmes Floatglas (Weißglas).

 

N wie Nullenergiehaus

Nullenergiehaus

Haus, das aufgrund von besonderen bauphysikalischen Maßnahmen und Zusatzeinrichtungen völlig energieautark betrieben werden kann.

Nenndicke

Die Dicke von Gläsern wird als sogenannte Nenndicke angegeben. Nach Norm sind Abweichungen zulässig, d.h. dass die Gläser in der Praxis in der Regel ca. 1/10 mm bis 2/10 mm dünner sind als die angegebene Nenndicke.

Netzwerkstruktur

Die molekulare Struktur von Glas ist nicht regelmäßig ausgerichtet (wie z.B. bei Kristallen), sondern ähnelt einem Netzwerk.

Niedrigenergiehaus

Haus, das mit einer Energie von < 70 kWh/m² im Jahr auskommt.

Normalverteilung

Statistische Verteilungfunktion, auch Gauß'sche Normalverteilung genannt.

Normierte Belastung

Bei statischen Berechnungen werden Belastungen häufig auf einen bestimmten Wert normiert (z.B. die Zahl 1), um weitere Berechnungen vereinfacht faktorisiert durchführen zu können.

M wie Magnetron-Sputter-V...

Magnetron-Sputter-Verfahren

Das Magnetron-Sputter-Verfahren, auch Kathodenstrahlverfahren genannt, ist ein physika­lischer Beschichtungsprozess für sogenannte Soft-coatings. Dabei handelt es sich um Beschichtungen, die nach der Glasherstellung aufgebracht werden. Dies können beispielsweise Metalloxide für die Herstellung von Low-E-Glas sein.
Aufgebracht werden die Beschichtungen im Hochvakuum einer Magnetronanlage, wobei einseitig nacheinander mehrere Schichten aufgesputtert werden (to sputter = zerstäuben).

Makrolon

Handelsname von Röhm für Polycarbonat.

Membraneffekt

Statischer Effekt bei vierseitig gelagerten Platten, die senkrecht zur ihrer Fläche flächig belastet werden (z.B. durch Wind) und die sich dabei deutlich mehr als die eigene Dicke verformen.
Die Annahmen der linearen Plattentheorie treffen dann nicht mehr zu; die Platte kann bei geometrisch nichtlinearer Berechnung deutlich höhere Lasten aufnehmen und die Verformungen sind deutlich kleiner. Zur Ausbildung eines Membraneffektes muss das Seitenverhältnis der Platte erheblich unter 3:1 liegen, da sich sonst ein einachsiger Lastabtrag ausbildet.

Mittlerer Durchlassfaktor

Der b-Faktor wird auch mittlerer Durchlassfaktor genannt.

Modellscheibe

Modellscheiben werden Scheiben genannt, die kein Standardmaß mit Standardwinkeln aufweisen, sondern eine spezielle Geometrie aufweisen, die für die Herstellung exakt angegeben werden muss.

Maßgeschliffene Kante

Durch einen Maßschliff werden die beim Schneiden gebrochenen Ränder der Scheibe exakt auf das erforderliche Einbaumaß gebracht, um Fertigungstoleranzen auszugleichen.

Morphologic Active Radiation (MAR)

Gewöhnliche Zwischenschichten in Verbundsicherheitsglas bestehen aus Polyvinylbutyral (PVB). Dieses ist mit einem UV-Sperrfilter ausgestattet, der die Folien vor dem Vergilben und zugleich Einrichtungsgegenstände vor dem Ausbleichen schützt. In Gewächshäusern oder in Überkopfbereichen von z.B. bepflanzten Atrien verhindert der UV-Filter jedoch die Photosynthese der Pflanzen, da er den Spektralbereich der Sonneneinstrahlung unterhalb von 380 nm ausschließt. Erst die Betrachtung der MAR (Morphologic Active Radiation; pflanzenwirksames Licht von 280 bis ca. 2.800 nm) führt zu dem Ergebnis, dass auch die UV-Strahlung essenziell für das gesunde Pflanzenwachstum ist.
Für Gewächshäuser oder Wintergärten können also nur Gläser mit einer für die Pflanzen ausreichenden MAR-Transparenz verwendet werden. Neben der UV-Durchlässigkeit ist auch die Ausrichtung und der Neigungswinkel des eingebauten Glases sowie der tägliche Verlauf des Sonnenstandes, also der Einfallswinkel der Strahlung auf das Glas, von Bedeutung.

L wie Low E - Glas

Libby-Owens-Verfahren

Alte Methode zur Herstellung von Fensterglas im Ziehverfahren.

Lichtdurchlässigkeit

Die Lichtdurchlässigkeit von Einfachglas im optisch sichtbaren Spektralbereich beträgt ca. 82 %. Isolierglas hat eine Lichtdurchlässigkeit in diesem Bereich von unter 80 %.

Lochleibungsverbindung

Bei Lochleibungsverbindungen werden die Kräfte aus einem Bolzen über die Lochleibung des Glases in die Bohrungskante und damit in die Scheibenebene eingetragen. Zwischen Glas und Bolzen befindet sich ein geeigentes Zwischenmaterial. Üblicherweise werden Lochleibungsverbindungen im Stahlbau verwendet.

Low-E-Glas

Abkürzung für Low-emissivity Glas, das in Isolierglas als Wärmeschutzglas fungiert. Dabei wird durch eine hauchdünne metallische Beschichtung der Strahlungsverlust an einer Glasoberfläche stark herabgesetzt.

Luftzwischenraum (LZR)

Anderer Begriff für den Scheibenzwischenraum (SZR).

Längenausdehnungskoeffizient

Andere Bezeichnung für Wärmeausdehnungskoeffizient.

K wie Kondensatbildung

Kondensatbildung

Kondensat (Tauwasser) bildet sich, wenn die Glasoberfläche kälter ist als die angrenzende Luft, z.B. bei beschlagenen PKW-Scheiben oder Einfachverglasungen in der kalten Jahreszeit.

Kondensation auf Isoliergläsern

Hier finden Sie ein Merkblatt zum Thema "Kondensation auf Isoliergläsern".

Klotzung, Verklotzung

Scheiben werden in aller Regel beim Einbau auf kleine Kunststoff- oder Hartholtklötze gesetzt, die das Eigengewicht der Scheibe an die Unterkonstruktion ableiten (Tragklötze). Seitlich werden zur Lagesicherung der Scheibe Distanzklötze eingebracht.

Verklotzungen bestehen in der Regel aus Hartholz,  Polypropylen, Polyethylen oder Polyamid.

Kalk-Natron-Silicatglas

Baugläser bestehen in ihren Hauptanteilen aus Kalk (ca. 10%), Natron (ca. 15%) und Silicat (ca. 75%).

Keramischer Prüfstempel

Bei thermisch vorgespannten Gläsern (ESG, TVG) ist es vorgeschrieben, zur Kennzeichnung des Glases einen keramischen Stempel während des Vorspannprozesses einzubrennen.

Kitt

Selbstaushärtendes Verglasungs- und Dichtmaterial zum Einbau von Fensterscheiben, z.B. in Holzrahmen.

Klemmhalter

Lokale Haltekonstruktion für Glasscheiben ohne Durchbohrung der Scheiben.

Klimalast

Beanspruchung von Isolierglasscheiben aus klimatischen Einwirkungen (Temperatur- und Luftdruckänderung). Die Klimalast entsteht wegen des luftdicht abgeschlossenen Scheibenzwischenraums.

k-Wert

Alte Bezeichnung für den Wärmedurchgangskoeffizienten, heute U-Wert.

Konvektion

Ein wesentlicher Grund für den Wärmeverlust bei Isolierglasscheiben ist die Konvektion. Sie wird durch eine Strömung hervorgerufen, die Teilchen befördert. Bei Isolierglas unterliegt das Gas im Scheibenzwischenraum ebenfalls der Konvektion. Die Folge ist der Wärmetransport von innen nach außen.

Koppeleffekt

Dieser Effekt, auch nach seinem erstmaligen Beschreiber Kathedereffekt genannt, beruht auf dem luftdicht abgeschlossenen Scheibenzwischenraum (SZR) bei Isolierglasscheiben. Dadurch beteiligen sich bei einer Belastung senkrecht zur Scheibenebene beide Scheiben am Lastabtrag; der SZR wirkt ähnlich einer weichen Feder.

Kugelblase

Optische Beeinträchtigung von Ornamentgläsern.

Kugelfallversuch

Genormter Fallversuch zur Einstufung von VSG-Scheiben, bei dem eine Stahlkugel aus verschiedenen Höhen auf die Verglasung fallengelassen wird.

Kugelgelenk

Bei Punkthaltern wird häufig zur Vermeidung der statischen Einspannung der Glasscheiben ein frei drehbares Kugelgelenk in oder unterhalb der Scheibenebene angeordnet.

Kunststoffgläser

Auf organischen Verbindungen basierende transparente Materialien, z.B. Acrylglas.

J wie Jumboglas

Jumbo Glass

Glasscheiben mit großformatigen Abmessungen werden als Jumbo Glass bezeichnet. Bedingt durch den Herstellprozess von Floatglas ist die Scheibenbreite auf dem europäischen Markt derzeit auf Abmessungen bis etwa 3,30 Meter begrenzt. Dagegen können die lieferbaren Längen ein Vielfaches betragen

Justieren

Anderer Begriff für das Maßschleifen von Glaskanten.

I wie Isolierglas

Inkjet-Druck

Im Inkjet-Druckverfahren werden in schnellen Durchlaufzeiten mehrere keramische Farben in einem Arbeitsgang auf Floatglas geplottet. Im Gegensatz zum Siebdruckverfahren entfällt das Herstellen von Druckplatten, Ausbelichten und Trocknen der einzelnen Farbgänge. Die besten Druckergebnisse lassen sich auf eisenoxidarmem Weißglas erzielen, es nicht den typischen Grünstich aufweist. Die Inkjet-Technologie eignet sich für Halbtonbilder, Duplexdrucke und

Schwarzweiß-Drucke.
Nach dem Plotten wird das Floatglas zu TVG oder ESG weiterverarbeitet.

Innengefüge-Lasern (Glasinnengravur)

Das Innengefüge-Lasern, auch Glasinnengravur genannt, funktioniert mittels eines Laserstrahls, der über Spiegel und eine Linse auf das Glasinnere fokussiert wird. Lokal wird an der Stelle der Fokussierung das Glas punktuell thermisch zerstört und aufgeschmolzen.

Die erzeugten Punkte sind wenige Mikrometer groß und werden als weiße Punkte sichtbar. Mit der dreidimensionalen Bewegung des Lasers können dreidimensionale Objekte im Glasinneren erzeugt werden.

Inselbildung

Das Bruchbild von TVG soll bei gleichmäßiger Vorspannung im richtigen Bereich dem Bruchbild von Float ähneln. Daher dürfen im Normbruchbild von TVG nach DIN EN 1863 nur sehr begrenzt sogenannte Inseln auftreten, d.h. Bruchstücke, die nicht an die freien Kanten angrenzen.

Interferenzerscheinungen

Bedingt durch die Planparallelität der Scheiben von Isolierglas kann es bei bestimmten Lichtverhältnissen zu Interferenzerscheinungen kommen. Interferenzen sind Lichtbrechungs- und Überlagerungserscheinungen. Es entstehen regenbogenartige Flecken, Bänder oder Ringe.

Isochorer Druck

Bei konstantem Volumen gilt bei idealen Gasen das Gesetz von Amontons: Druck/Temperatur = const. Dieses Gesetz wird für die Berechnung der Klimalasten bei Isolierglas angewendet.

Isolierglas

Isolierglas besteht aus mindestens zwei Scheiben, die über einen Randverbund verbunden sind und zwischen denen so ein luftdicht abgeschlossener Scheibenzwischenraum (SZR) entsteht. Der SZR ist luft- oder gasgefüllt.

Isolierglasfaktor

Hilfsgröße zur Berechnung der Klimabelastung von Isolierglasscheiben nach den Technischen Regeln für die Verwendung von linienförmig gelagerten Verglasungen (TRLV).

H wie Hard-coating

Haarrisse

Kleinste Risse in der Glasoberfläche, die mit dem Finger nicht wahrnehmbar sind und bei schrägem Lichteinfall sichtbar werden. Tiefe bis ca. 10 μm.

Hard-coating

Im Online-Verfahren direkt bei der Herstellung des Floatglases aufgebrachte Beschichtung.

Harter Stoß

Stoß eines harten, kaum verformbaren Gegenstandes, z.B. einer Stahlkugel auf eine Glasscheibe.

Hartgläser

Bei sogenannnten Hartgläsern beträgt der thermische Ausdehungskoeffizient αT < 6,0 × 10e-6 1/K.

Hauptzone

Zur Beurteilung der visuellen Qualität von Gläsern werden diese in eine Hauptzone, eine Randzone und eine Falzzone eingeteilt. In der Hauptzone sind die geringsten optischen Beeinträchtigungen zulässig.

Heißlagerungstest (Heat-soak Test)

Zur Untersuchung auf Nickel-Sulfid-Einschlüsse werden ESG-Scheiben einem Heißlagerungstest bei ca. 290°C unterzogen, bei dem die betroffenen Scheiben versagen sollen und bei den verbleibenden Scheiben somit sicher gestellt ist, dass nur eine sehr geringe Gefahre des Spontanbruches verbleibt.

Hinterlüftete Fassade

Die hinterlüftete Fassade ist eine Konstruktionsform von Kaltfassaden, bei denen ein durchlüfteter Spalt zwischen der Fassadenbekleidung (z.B. Glasscheiben) und der Dämmung angeordnet ist. Ziel ist die konsequente Trennung der Funktionen Wärmeschutz und Witterungsschutz.
Dies bietet häufig Vorteile bezüglich der Schadensanfälligkeit, da jede Funktion für sich geplant und konstruiert werden kann.

Hinterschnittanker

Hinterschnittanker gehören zur Gruppe der Punkthalter und dienen der Befestigung von Glasbauteilen. Früher wurden sie überwiegend im Innenbereich, beispielsweise bei Duschkabinen, verwendet. Seit einigen Jahren kommen sie auch im konstruktiven Glasbau zum Einsatz. Statt einer durchgängigen Bohrung benötigen Hinterschnittanker lediglich ein Loch in der Glasplatte, das durch eine CNC-gesteuerte Bohranlage hergestellt wird. Nach dem Bohren erfolgt das Vorspannen des Glases. Der Kontakt zwischen Glas und Anker wird in der Regel durch eine dünne Kunststoffkappe vermieden.
Entscheidende Vorteile der Hinterschnittanker sind neben optischen Aspekten die leichte Reinigung der vom Anker abgewendeten Glasfläche sowie die Vermeidung von Wärmebrücken und Feuchtigkeit im Bohrungsbereich.

Holmlasten

Horizontale Verkehrslast, z.B. aus Menschengedränge, anzusetzen bei absturzsichernden Verglasungen.

Hydrogelschicht

Spezielle Gelschicht bei Brandschutzverglasungen bestimmter Hersteller zur Gewährleistung der Feuerwiderstandsdauer einer F-Verglasung.

Härte

Die Härte von Glas auf der Skala nach Mohs beträgt sechs Einheiten.

G wie Glassteine

Gebrauchstauglichkeit

Bei der Bemessung von Bauteilen wird zwischen der Tragfähigkeit und der Gebrauchstauglichkeit unterschieden. Für die Tragfähigkeit gelten in der Regel strenge Anforderungen hinsichtlich des Bauteilwiderstandes.

Gehrungskante

Spezielles Abschleifen einer Kante unter 45° auf Gehrung.

Gesamtenergiedurchlässigkeit g-Wert

Die Gesamtenrgiedurchlässigkeit (auch Gesamtenergiedurchlassgrad, g-Faktor) ist die Summe aus der direkten Transmission durch solare Strahlung sowie die Wärmeabgabe nach innen durch Strahlung und Konvektion.
Glas ohne Beschichtungen hat einen g-Wert von ca. 0,85 oder 85%.

Gesäumte Kante

Durch kurzes Abschleifen mit Schleifpapier entschärfte Glaskante; niedrigste Form der Kantenbearbeitung.

Gießharz

Gießharze werden üblicherweise zur Herstellung von Verbundgläsern mit schalldämmender Eigenschaft verwendet.

Glasbalken

Ein Balken ist ein stabförmiges Tragglied, das durch Lasten längs und quer zu seiner Achse belastet werden kann. Ein geometrisch definierter Querschnitt (quadratisch, rund, rechteckig) im Verhältnis zu einer großen Länge, bestimmen seine Form. Er kann Kräfte in Längs- und Querrichtung aufnehmen, wobei Größe, Material und Form den Einsatz bestimmen.
Im Glasbau werden Balken meist als rechteckiger Querschnitt aus mehreren Einzelscheiben im Verbund hergestellt (Verbund-Sicherheitsglas, VSG).

Glasecken

Als Glasecken bezeichnet man normalerweise Ganzglasecken, bei denen Glas ohne Profile oder sonstige Konstruktionselemente direkt gestoßen wird.

Glaseinstand

Der Glaseinstand bezeichnet die Auflagertiefe eines Glases auf einem Verglasungsprofil, üblicherweise zwischen 10 mm und 20 mm.

Glasfalz

Aussparung im Fensterrahmen zur Aufnahme einer Verglasung.

Glaskeramik

Besonderes, üblicherweise undurchsichtiges Glasprodukt, bei denen spezielle Eigenschaften durch die beim Glas unerwünschte Kristallisation gezielt gesteuert wird.

Glaskugelsack

Prüfkörper zur Untersuchung von betretbaren Verglasungen.

Glaslot

Spezielles Glasmaterial, das für das Löten von Gläsern benötigt wird.

Glasschwerter

Bezeichnung für vertikale, aussteifende Glasbalkenelemente im Fassadenbereich, engl. glass fins.

Glassteine

Hohlkörper aus Glas, die wie Mauerwerk verwendet werden.

Graue Energie

Als graue Energie wird die Primärenergie bezeichnet, die notwendig ist, um ein Gebäude zu errichten. Graue Energie umfasst Energie zum Gewinnen von Materialien, zum Herstellen und Verarbeiten von Bauteilen, zum Transport von Menschen, Maschinen, Bauteilen und Materialien zur Baustelle, zum Einbau von Bauteilen im Gebäude sowie zur Entsorgung. Durch die Verwendung heimischer Materialien und durch ressourcenschonendes Bauen lässt sich die im Gebäude verbaute graue Energie minimieren.

Gussglas

Glas, das im Gussverfahren hergestellt wird und ohne nachträgliches Polieren transluzent aber undurchsichtig ist.

F wie Floatglas

Farbabstand

Für die Beurteilung der Farbgleichheit von Gläsern und deren Beschichtungen oder Bedruckungen kann der sogenannte Farbabstand Delta E (dE bzw. ∆E) gemessen werden. Er gibt die Entfernung zwischen einem Ist-Farbwert und einem Soll-Farbwert in einem Farbraum an.
Werte bis ∆E=1,0 können nur von einem geübten Auge wahrgenommen werden. Bei Gläsern mit Beschichtungen kann aufgrund von Interferenzerscheinungen bereits eine Differenz von ∆E=0,5 als anderer Farbeindruck wahrgenommen werden. Der Farbeindruck hängt dabei stark von den Umgebungsbedingungen und dem Lichteinfall ab.

Farbglas

Bei farbigen Gläsern unterschiedet man zwischen in der Masse durchgefärbten Gläsern, durch Emaillierung gefärbte Gläser oder durch Beschichtungen gefärbte Gläser.

Farbwiedergabe-Index

Der Farbwiedergabe-Index Ra nach DIN EN 410 beschriebt die Farbwiedergabeeigenschaften einer Verglasung. Ein Ra-Wert von mehr als 90 bedeutet eine sehr gute Farbwiedergabe.
Auf die Wahrnehmungsfähigkeit des menschlichen Auges bezogen bedeutet dies, inwieweit sich Farben hinter einer Glasscheibe verändern, wenn sich die Farbe des Lichts beim Durchgang durch die Scheibe aufgrund der jeweiligen Glaseigenschaften wandelt.

Feinjustierte Kante

Andere Bezeichnung für eine geschliffene Kante

Feuerwiderstandsklasse

Bauteile werden nach ihrem Brandverhalten in Feuerwiderstandsklassen F 30, F 60, F 90 eingeteilt. Hinzu kommen Feuerwiderstandsklassen für Sonderbauteile wie beispielsweise Feuerschutztüren (T 30 - T 180) und Brandschutzverglasungen (G 30 - G 120). Die Widerstandsdauer wird in Minuten angegeben und mit Hilfe von Brandversuchen ermittelt.

Floatglas

Heute überwiegend verwendetes Basisglas für verschiedenste Glasarten; wird in einem speziellen Herstellverfahren auf einem Zinnbad "floatend" hergestellt.Foamglas

Englische Bezeichnung für Schaumglas, es wird meistens als Isoliermaterial verwendet.Fourcault-VerfahrenAltes Verfahren zur Herstellung von durchsichtigen Fenstergläsern.Fraktilwert Im Bauwesen werden Festigkeiten oder Einwirkungen als unterer oder oberer Grenzwert einer Verteilungsfunktion (Normalverteilung, log-Normalverteilung,...) angegeben. Beim 5%-Fraktilwert der Biegefestigkeit von Einscheiben-Sicherheitsglas (ft,k = 120 N/mm²) werden beispielsweise nur 5% der Bauteile die Mindestfestigkeit von 120 N/mm² unterschreiten.

Fritte

Bezeichnung für die Emailliemischung vor dem Einbrennvorgang bei Glas.Fusen / Fusing

Fusen (engl. to fuse = vereinigen, verschmelzen) bezeichnet die Verschmelzung von verschieden farbigen Gläsern und Glasgranulaten bei 800 bis 900 Grad Celsius. Diese Technik wird seit ca. 200 v. Chr praktiziert.
Zur Minimierung von inneren Zwangsspannungen müssen die zu verschmelzenden Gläser den nahezu gleichen Wärmeausdehnungskoeffizienten haben. Heute wird zwischen der Vollverschmelzung (fullfused), der Reliefverschmelzung (fuse to stick) und dem Verschmelzen von Glaspaste in Form (pàte de verre) unterschieden. Eine weitere Veredelung durch Schleifen, Ätzen, Sandstrahlen oder Bemalen ist möglich.

E wie Emailiertes Glas

EPDM

EPDM ist die englische Abkürzung für Ethylen-Propylen-Terpolymer Type M, die deutsche Bezeichnung lautet APTK.
Es ist ein Kautschuk, der als Zwischenmaterial zwischen Glas und harten Werkstoffen sowie als Dichtungsmaterial verwendet wird. In der Regel ist das Material schwarz eingefärbt, wegen seiner hohen Beständigkeit und Dauerhaftigkeit wird es häufig im Glasbau vewendet. Viele Silikondichtstoffe weisen allerdings Unverträglichkeiten mit EPDM auf.

Eigenfestigkeit

Bei thermisch vorgespannten Gläsern wird der Anteil der Festigkeit, der sich nicht aus der thermischen Vorspannung ergibt, auch als Eigenfestigkeit bezeichnet. Leider lassen sich beide Einflüsse auf die Festigkeit nicht komplett voneinander trennen, da die thermische Vorspannung auch Einfluss auf die Eigenfestigkeit haben kann (z.B. durch Rissheilungseffekte).

Einscheibensicherheitsglas (ESG)

Thermisch vorgespanntes Glas, das eine in etwa dreimal höhere Biegefestigkeit als thermisch entspanntes (Float-)glas aufweist und bei Bruch in kleine Stücke zerfällt.

Eisblumenglas

Für die Herstellung von Eisblumenglas wird Flachglas zunächst sandgestrahlt und dann mit warmem Knochenleim bestrichen. Bei der Trocknung reißt der Leim durch Schrumpfen unregelmäßige Stückchen aus der Glasoberfläche und das unregelmäßige Eisblumenmuster entsteht.

Elastizitätsmodul, E-Modul

Der E-Modul gibt die Steigung im Spannungs-Dehnungs-Diagramm an; er ist ein Ma&szlig

D wie Drahtglas

Dampfdruckausgleich

Der Dampfdruckausgleich kann als Luft-Trennschicht bezeichnet werden. Die bestehende Feuchtigkeit oder von der Außenluft eindringende Feuchtigkeit kann sich in Form von Wasserdampf verteilen und somit ein Druckausgleich stattfinden.

Danner-Verfahren

Verfahren zur Herstellung von Glasrohren. Dabei wird das geschmolzene Glas auf ein rotierendes Tonrohr aufgetragen.

Dehnungsmesstreifen (DMS)

Messstreifen, der über Widerstandsänderung die Dehnung eines Körpers unter Belastung misst. DMS werden in der Regel durch Aufkleben appliziert.

Delamination

Ablösung von vorher laminierten Flächen, z.B. Ablösung von PVB-Folie an der Glasoberfläche.

Delodur

Markenname der Pilkington AG für thermisch vorgespanntes Einscheiben-Sicherheitsglas.

Diamantbohrverfahren

Spezielles Verfahren zur Herstellung von Bohrungen in Glas.

Dichroitisches Glas

Bei dichroitschen Gläsern, auch Farbeffektgläser genannt, werden dünne Schichten auf das Glas aufgebracht, beispielsweise im SolGel-Tauchverfahren. Das beschichtete Glas besteht anschließend aus mehreren optischen Interferenzschichten, die den jeweils gewünschten Farbeffekt hervorrufen. Die vorwiegend oxidischen Schichten sind hart, kratzfest und von hoher chemischer Resistenz.Durch die Kombination hoch- und niedrigbrechender Schichten entsteht ein Regenbogeneffekt. Je nach Sonneneinstrahlung, Betrachtungswinkel und Hintergrund variieren die Farben.DichteDie Dichte von handelsüblichen Kalk-Natron-Silikatglas beträgt ρ = 2500 kg/m³.Differential-Refraktometer

Der Differential-Refraktometer ist ein spannungsoptisches Messgerät, mit dessen Hilfe der Vorspanngrad, von thermisch vorgespanntem Glas, an der Oberfläche ermittelt werden kann.

Distanzklötze

Seitliche Verklotzung von Scheiben im Rahmen.Doppelreifen-Pendelkörper

Versuchskörper zur Stoßbelastung von absturzsichernden Verglasungen.Doppelring-BiegeversuchVersuchsaufbau zur Untersuchung der Biegefestigkeit von Gläsern.DoppelscheibeneffektDoppelscheibeneffekt ist ein anderer Ausdruck für Koppeleffekt.

3-Liter-Haus

Beim 3-Liter-Haus wird weniger als 3 Liter Heizöl/m² im Jahr verbraucht. Das entspricht ca. 30 kWh/m² im Jahr. Der Verbrauch ist bei diesen Häusern nur etwa halb so groß wie der 'zulässige' Maximalverbrauch, festgelegt in der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV), die seit Anfang 2002 gültig ist.

 

Drahtglas

Gussglas mit innenliegendem Drahtgewebe.DurchbiegungZum Nachweis der Gebrauchstauglichkeit von Glas unter Belastungen werden in technischen Regelwerken üblicherweise Durchbiegungsbegrenzungen vorgegeben.Durchbruchhemmung

Durchbruchhemmende Verglasungen sind bezüglich ihrer objektschützenden Eigenschaft höher einzustufen als durchwurfhemmende Verglasungen.

Durchgefärbtes GlasDurchgefärbte Gläser = eingefärbte Gläser werden durch chemische Zusätze in der Schmelze hergestellt. Die Farbe des Glases entsteht durch die Absorption von Licht im Bereich bestimmter Wellenlängen.Normales Floatglas erscheint beim Ansehen grün. Diese Färbung wird in erster Linie durch Bestandteile von Eisenoxiden in der Schmelze hervorgerufen. Zur Färbung reichen bereits kleinste Mengen an Rohstoffen aus. Übliche Farben sind neben grün braun, grau und rosa.DurchschusshemmungDurchschusshemmende Verglasungen werden zum Personenschutz eingesetzt. Moderne Verbundgläser mit entsprechenden Zwischenschichten bieten sehr guten Schutz gegen Projektile.Durchsturzsicherheit

Nachzuweisende Eigenschaft von Verglasungen im Überkopfbereich, die nicht direkt betreten werden, nach GS-BAU-18 der Berufsgenossenschaft.

Durchwurfhemmung

Durchwurfhemmende Verglasungen werden zum Objektschutz eingesetzt. Je nach Güte der Verglasung wird ein Einbruch erheblich erschwert.

Dünnschichtmodule

In Fassaden integrierte Dünnschichtmodule produzieren auch ohne direkte Sonneneinstrahlung Strom und tragen damit zu einer energieerzeugenden Architektur bei. Ein Beispiel für ihren Einsatz ist das Plus-Energie-Musterhaus in Washington D.C. (siehe Zum Thema). Die Herstellung der Module erfolgt in der Regel analog der von Verbundsicherheitsglas, allerdings kommt neben den Solarzellen eine transparente Ethylen-Vinyl-Acetat-Folie (EVA-Folie) als Zwischenschicht zum Einsatz. Der schichtweise Aufbau eines solchen Moduls sieht folgendermaßen aus:

  • Frontglasscheibe

  • EVA-Folie

  • Solarzellen (zu Strings verlötet)

  • EVA-Folie

  • Rückglasscheibe

Im Gegensatz zu Folien aus PVB besitzen EVA höhere UV-Transmissionswerte, so dass sich ihr Einsatz insbesondere im Solarbereich anbietet. Allerdings sind die Adhäsionseigenschaften zwischen Folie und Glas schlechter als die von PVB und die Steifigkeit des Aufbaus mit Solarzelle ist deutlich höher. Aus diesem Grund ist der Einsatz von Dünnschichtmodulen als Verbundsicherheitsglas nur bedingt möglich. So wird beispielsweise der Einsatz von EVA-Folien in Überkopfverglasungen in der Regel nur mit Einzelgenehmigung erteilt.

C wie CE Kennzeichen

CE-Kennzeichen

CE = "Communauté Européenne" oder "Certified Europe"

Charakteristische Kantenlänge

Maß für die Empfindlichkeit einer Verglasung gegenüber Klimalasten.

Chemisch vorgespanntes Glas

In einem chemischen Verfahren - durch Ionenaustauschvorgänge - vorgespanntes Glas. Die Materialfestigkeit dieser Gläser ist sehr stark abhängig von der Dauer des Vorspannprozesses.

 

Chipping 

Das sogenannte Chipping entsteht durch flächige, muschelförmige Abplatzungen entlang einer auf der Glasoberfläche verlaufenden Kratzspur. Dabei durchdringen laterale Risse die Glasoberfläche und erzeugen so das Chipping. Diese Abplatzungen weiten die Rissspur von etwa 20-30 µm auf bis zu 300 µm auf. Dadurch werden auch sehr filigrane Kratzspuren, insbesondere bei Lichtreflexionen, makroskopisch sichtbar.

Untersuchungen haben gezeigt, dass die muschelförmigen Abplatzungen bei Einscheiben-Sicherheitsglas im Gegensatz zu Floatglas in ihren Abmessungen verstärkt ausgeprägt sind. Der festigkeitsmindernde Einfluss durch Chipping wird momentan am Institut für Werkstoffe und Mechanik im Bauwesen der Technischen Universität Darmstadt untersucht.

B wie Bohrungen im Glas

Bach’sche Plattenformel

Auf der lineare Plattentheorie basierende, einfache Formeln zur Bestimmung von Spannungen und Durchbiegungen von Platten unter Biegebeanspruchung per Handrechnung.

Bagatellgrenze

Beschreibung von Konstruktionsarten, für die keine speziellen Genehmigungen oder Nachweise erforderlich sind, z.B. für einfache Vordächer.

Ballwurfsicherheit

Gemäß DIN 18032-3 müssen Bauelemente, die in Sporthallen zum Einsatz kommen und zu denen u.a. Wand- und Deckenverkleidungen sowie Verglasungen gehören, auf ihre Ballwurfsicherheit geprüft werden. Zu diesem Zweck werden mit einem Ballschussgerät zwei Arten von Bällen (Handball und Hockeyball) unter einem Winkel von 45° oder 90° auf das jeweilige Bauelement geschossen. Weder das Element selbst, noch die Unterkonstruktion dürfen dabei in Festigkeit, Funktion oder Sicherheit beeinträchtigt werden. Die Norm gilt nicht für die Beanspruchung durch Stoßkugeln und Stoßbälle.

Bauglas

Oberbegriff für im Bauwesen verwendete Gläser; wird auch als Abkürzung von Profilbauglas verwendet.

Bauregelliste

Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt), Berlin, macht im Einvernehmen mit den obersten Bauaufsichtsbehörden der Länder für die Bauprodukte und Bauarten in der Bauregelliste die technischen Regeln bekannt, die zur Erfüllung der in den Landesbauordnungen und in den auf Grund der Landesbauordnungen erlassenen Gesetzen und Verordnungen an bauliche Anlagen gestellten Anforderungen zu beachten sind.
Die Bauregelliste hat verschiedene Teile mit unterschiedlichen Regelungsbereichen und unterliegt ständiger Fortschreibung.

Bohrungen b-Faktor                                                                                                             Der "mittlere Durchlassfaktor b", auch "Shading coefficient" genannt, wird zur Berechnung der Kühllast benötigt.
Der b-Faktor ist nach VDI 2078, Ausgabe Juli 1996, das Verhältnis aus g-Wert der jeweiligen Verglasung und dem g-Wert eines Zweischeiben-Normalglasfensters.
Der g-Wert dieses Zweischeiben-Normalglasfensters wird als Konstante mit 80 % angesetzt. Bei Einfachglas beträgt die Konstante 87 %.

Bauteilversuch

Experimentelle Untersuchung, bei der das gesamte einzubauende Bauteil in Originalgröße belastet wird.Bedrucken von GlasBedrucken von Glas ist eine andere Bezeichnung für das Emaillieren von Glas.Begehbare VerglasungenBegehbare Verglasungen sind Konstruktionen, die planmäßig durch Personenverkehr belastet werden, z.B. Treppen, Podeste oder Laufstege.Beizen von Glas

Auftragende Färbung von Hohlglas mit Silber- oder Kupferverbindungen und Kaolin oder Ocker.

BemessungRechenverfahren zur Bestimmung der erforderlichen Abmessung, Dicke und Glasart einer Konstruktion.Beschichtung

Wärme- und Sonnenschutzgläser werden beschichtet um bestimmte bauphysikalische Eigenschaften zu erzielen und die Emissivität der Glasoberfläche stark zu reduzieren. Man unterscheidet sie oft nach dem Herstellverfahren in so genannte soft coatings und hard coatings. Soft coatings werden nach dem Floatprozess aufgebracht, meistens unter Vakuum im so genannten Magnetron-Sputter-Verfahren. Hard coatings werden noch während des Floatprozesses aufgebracht.

Betonglas Fertigteile aus Glasbausteinen, Beton und Betonstahl, z.B. zur Abdeckung von Lichtschächten.Betretbare Verglasungen

Gläser, die nur zeitweise von geschultem Personal zu Reinigungszwecken betreten werden dürfen, gelten als betretbare Verglasungen.

Bewertetes Schalldämm-Maß Rw

Das Schalldämmmaß R eines Bauteils ist von der Frequenz des Schalls abhängig, wobei sich der bauakustische Bereich von 100 Hz bis 3150 Hz erstreckt. Mit R wird das 10-fache logarithmische Verhältnis von der auf das Bauteil auftreffenden Schalleistung zur vom Bauteil abgegebenen Schalleistung angegeben.BiegefestigkeitDie Biegefestigkeit von Glas wird auch als Biegezugfestigkeit bezeichnet, da ein Überschreiten der maximalen Hauptzugspannungen zum Bruch des Glases führt.Bleiverglasung

Bei Bleiverglasungen werden die meist farbigen Gläser oder Butzenscheiben direkt in Blei eingefasst.


A wie Antikglas

APTK

APTK ist die Abkürzung für Äthylen-Propylen-Terpolymer-Kautschuk, die englische Bezeichnung des Dichtungsmaterials lautet EPDM.

AR-Glas

AR-Glas ist die Abkürzung für alkaliresistentes Glas.

Absorption

Tritt Licht im optisch sichtbaren Spektralbereich durch handelsübliches Flachglas, geht ein sehr großer Teil hindurch (Transmission, ca. 85 % - 90 %), ein Teil des Lichtes wird durch Absorption im Glas zurückgehalten, ein weiterer Anteil wird durch Reflexion an den Grenzflächen zurückgeworfen (ca. 4 % je Oberfläche). Mit Einfärbungen oder Beschichtungen können erhebliche Absorptionsgrade erreicht werden.

Absturzsichernde Verglasung

Verglasung, die Personen gegen Herabstürzen aus Absturzhöhen > 1,00 m sichert.

Acrylglas

Acrylglas ist ein transparenter Kunststoff und eine organische Verbindung, die chemische Bezeichnung lautet Polymethylmetarcylat (PMMA). Handelsnamen sind Plexiglas, Perspex, Acrylite, Repsol, Resartglas.
Acrylglas ist aufgrund der geringeren Dichte nur etwa halb so schwer wie anorganische Gläser. Dafür ist der Elastizitätsmodul wesentlich geringer - nur 5 % von Glas - und das Material ist kratzempfindlicher als Glas.

Alarmglas

Bei Alarmgläsern werden in ESG-Gläser Kontaktschleifen miteingebrannt, die an eine Alarmanlage angeschlossen werden können. Bei Bruch der Scheibe zerpringt ESG in kleine Bruchstücke. Dabei wird der Kontakt unterbrochen und ein Alarm ausgelöst.

Angriffhemmende Verglasungen

Oberbegriff für durchwurfhemmende Verglasungen (Klasse A), durchbruchhemmende Verglasungen (Klasse B), durchschusshemmende Verglasungen (Klasse C) und sprengwirkungshemmende Verglasungen (Klasse D).

Anisotropien

Wärmebehandelte Gläser wie Einscheibensicherheitsglas (ESG) oder teilvorgespanntes Glas (TVG) werden bei der Herstellung zunächst erhitzt und dann kalt abgeschreckt. Dabei entstehen interne Spannungszonen, die zu einer Doppelbrechung des Lichts führen können. Dieser physikalische Effekt wird als Anisotropie bezeichnet.
Die Folge sind Irisationserscheinungen wie beispielsweise regenbogenartige Polarisationsflecken, Bänder oder Ringe. Deutlich erkennbar werden Anisotropien unter polarisiertem Licht oder zwischen zwei Polarisationsfiltern.

Antikglas

Antikglas ist ein dekoratives Glas mit einer unregelmäßigen Oberfläche. Mit unterschiedlichen Glasdicken, offenen Blasen, rauhen Stellen und Schlieren wird der Charakter sehr alter Gläser nachempfunden.
Seine Farbe erhält es über verschiedene eingemengte Zusätze, wie z.B. Eisenoxid oder Gold. Dabei sind Farbgebungen von durchscheinend bis fast deckend erhältlich. Man unterscheidet zwischen Echt-Antikglas, das nach der traditionellen Methode des Glasblasens hergestellt wird, und industriell gefertigten Antikgläsern.

Aufdampfen

Beschichtungen aus Silber, Zinn oder Indium können zur Herstellung von Wärmeschutzglas oder Sonnenschutzglas aufgedampft werden.

Aufzugsverglasungen

Bei Aufzugsverglasungen gelten unterschiedliche Vorschriften für die Schachtverglasung, die Fahrkorbverglasung und die Türverglasung. Neben bauaufsichtlichen Anforderungen aus TRAV oder TRLV gelten noch Anforderungen des TÜV der Technischen Regeln für Aufzüge (TRA 1300); Technische Regeln für Aufzüge (TRA), vereinfachte Personenaufzüge.

Ausmuschelung

Ausmuschelungen treten häufig beim Brechen des Glases an der Schnittkante auf. Auch Beschädigungen der Oberfläche, z.B. aus Steinanprall sehen häufig muschelförmig aus.

Autoklav

Ein Autoklav (lat. selbstverschließend) ist ein Druckbehälter, in dem bei einem Druck von ca. 14 bar und einer Hitze von 140°C Verbund-Sicherheitsglas (VSG) hergestellt wird. Durch den hohen Druck werden die Lufteinschlüsse, die sich nach dem Vorverbund zwischen den Glasscheiben und der Folie ergeben, herausgepresst.

Ätzen

Beim Ätzen wird Glas mattiert. Es können auch tiefe Ätzungen vorgenommen und Bereiche durch Abdecken vor der Ätzung geschützt werden. Zur Ätzung wird meistens Flusssäure verwendet, die recht gefährlich ist. Daher wird Ätzen oft durch Sandstrahlen ersetzt.